Weg

Als ein 'Freund des Feuers' bezeichnet sich Hubert Bienek. Wie ein zeitgenössischer Alchemist schätzt er die Einsamkeit des Experimentierens in seinen Werkstätten und die zahllosen Verwandlungsmöglichkeiten der Materialien. Die letzten Jahre hat Hubert Bienek intensiv mit dem Inhalt von zehn Fässern jurassischer Tonerde aus der einstmals klösterlichen Tongrube des Schönthal bei Langenbruck gearbeitet. Er war von den kalkigen Verunreinigungen dieser Erdmasse dermassen fasziniert, dass er in einen intensiven, intimen Dialog und in eine eigentliche Zwiesprache mit diesem Material geriet. Durch die Interaktion mit Feuer Luft und anderen Elementen hatte er langsam Wege gefunden, um die Leistungsfähigkeit dieser einfachen und bescheidenen Tonerde zu verstärken.

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Dank seiner langjährigen Erfahrung mit holzgefeuerten Öfen konnte er durch das Brennen und die Verbindung mit anderen Materialien eine breite Palette von Farbtönen und Metalleffekten kreieren. Dies ohne Zugaben von Glasuren oder Engoben. Ein Spiel mit Temperaturverläufen und den natürlichen Färbungen der Tonmasse und seiner Eisenanteile an der Luft und im Glühvorgang. Hubert Bienek's Schaffen wirkt an der Kreuzung zwischen ausgefeiltem handwerklichem Know-how und künstlerischer Überlegung. Er verwendet die Stärke des Feuers sowie die Wärme des Herzens, um die Erde zu verwandeln und zu modellieren. In diesem Prozess spielen die Geduld, die Zeit, die richtige Wahl der Substanzen und das Gradieren der Feuerswärme eine wesentliche Rolle. Dank dieser Elemente schafft Bienek allgemeingültige, primitive Formen und mysteriöse  Effekte, die faszinieren und bewegen. Text: Laura Giudici

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